Tipps, Tricks & Warnungen zum Weinkauf bei eBay

MITGLIEDERBEWERTUNGEN

 

Über Mitgliederbewertungen wurde schon viel veröffentlicht, diskutiert und auch kritisiert. Trotzdem würde ich bei einem reinen Weinanbieter mit 50 positiven Bewertungen lieber einkaufen, als bei einem PC, Teddybären und Krawatten verkaufenden Anbieter, der mit 500 positiven Bewertungen so zwischendurch mal eine Flasche Latour a Pomerol 1961 verkauft. Finger weg!
Interessanter wird das Ganze wenn man selbst Verkäufer ist und einen eBay Neuling als Bieter erwischt. Ein Traum! Diese Neueinsteiger bieten oft was das Zeug hält. Schnell wird mit dem Ladenpreis verglichen und wenn man dann statt € 79,00 beim Fachhändler um die Ecke nur € 69,00 bei eBay zahlt.....toll, oder etwa nicht? Eindeutige Antwort: NEIN! Erstens hat die Auktionsgier - wer verliert schon gerne? - den Preis hochgetrieben, zweitens kommt eine bereits innerhalb Europas saftige Portogebühr dazu und Garantie gibt's meist auch keine. Ein schönes Beispiel für einen Neueinsteiger lieferte ein Käufer mit 0 Bewertungen am 13. März 2005: Nach 21 Geboten hatte er es endlich geschafft und eine Flasche D´Yquem 1969 (Geburtstagsgeschenk?) um € 403,00 ersteigert. 3 Monate früher gab´s den selben D´Yquem 1969 für € 202,00. Die Rede ist hier von einer demi-bouteille mit 0,375 l Inhalt, was jedoch nur im kleingedruckten Teil der Artikelbeschreibung stand. Ich habe den Käufer per email kontaktiert und er antwortete wirklich enttäuscht, dass er aufgrund der Überschrift natürlich auf eine 0,75l Flasche geboten hatte. Ein noch viel schöneres Beispiel: am 06. März 2005 wurde eine Imperial Flasche Mouton Rothschild 1989 für € 1.610,00 verkauft. Am 09. April - also kein Monat später - erzielte der selbe Verkäufer für eine weitere Imperial Mouton 1989 sage und schreibe € 5.101,61. Das war der Startpreis, nämlich 7900.- Schweizer Franken. Es gab nur dieses eine Gebot! Diese Daten sind jederzeit bei eBay nachprüfbar. Als Käufer sollte man sich hauptsächlich an Weinhändler die eBay als Verkaufsplattform entdeckt haben orientieren. Natürlich gibt es auch seriöse Privatanbieter, aber die Bewertungen darf man nicht außer Acht lassen. Seit einiger Zeit bietet eBay auch die Möglichkeit an sich als "Geprüftes Mitglied" registrieren zu lassen. Auch das ist ein weiterer Schritt zu seriösem Handel.
Diverse Betrugsfälle beweisen wie wichtig diese Maßnahmen sind. Wenn ein in Deutschland angemeldetes Mitglied ausschließlich englische Bewertungen hat ist höchste Vorsicht geboten und die Alarmglocken sollten läuten. Immer wieder wird von Betrügern in Deutschland,  Österreich und der Schweiz mit dem Anheuern von HartzIV Empfängern und gutgläubigen Mitbürgern mächtig Kohle gemacht. In diversen Jobbörsen werden Traumjobs mit 30% Provision jeder verkauften Flasche Wein versprochen. Mitgliederbewertungen werden gefälscht und Mitglieder dienen als offizielle Verkäufer für Scheinverkäufe. Dutzende geschädigte Weinliebhaber (aber auch Betrug mit anderen Markenartikeln) sind die Folge. Dass sich Personen strafbar machen, wenn Sie Artikel verkaufen ohne diese physisch zu besitzen, ist den Wenigsten bekannt. Man nennt diese gutgläubigen eBayer Verkaufsagenten. Alle haben statt einem Verdienst am Ende des Tages noch mehr Schulden, denn die zahlenden Käufer verlangen Ware oder das Geld zurück. Da es die Weine nicht gibt und der Hintermann seine Identität immer wieder wechselt, kann man sich den Ausgang solcher Fälle vorstellen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Ergo – vertraue keinem Kultweinschnäppchen. Kultweine haben eben ihren Preis. Trotzdem sei hier erwähnt, dass es Betrugsfälle auch ausserhalb des Online Handels gibt. Die Quote der Betrugsfälle bei eBay ist sehr gering, aber es gibt sie.


 

 

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