Bordeaux 2010

Der jüngste Jahrgang aus Bordeaux spaltet bereits am Beginn der En-Primeur-Kampagne die Weinwelt. Der wiederum als grossartig eingestufte Jahrgang 2010 wird von den Käufern unterschiedlich angenommen. Von Euphorie kann derzeit keine Rede sein. Aber trotzdem wird bei den Negociants fleissig eingekauft. Pontet Canet 2010 war, wie im Jahr davor auch, binnen Stunden ausverkauft. Und das zu Preisen die jenseits des Budgets eines Normalverdieners liegen. Pro Flasche Pontet Canet 2010 werden zwischen EUR 129.- und EUR 149.- in der ersten Tranche verlangt (Quelle: wine-searcher.com). Das sind um mehr als 100% die für den Jahrgang 2005 verlangt wurden (ebenfalls 1. Tranche). Somit scheint es tatsächlich mit dem Bordeaux-Geniesser zu Ende zu gehen und die Weininvestoren bestimmen die Zukunft. Schuld mag auch sein, dass immer mehr Holdings und Versicherungen an namhaften Chateaux beteiligt sind oder diese gar besitzen. Und dann ist Gewinnmaximierung oberstes Gebot und nicht das Geniessen eines guten Tropfens. Bleibt abzuwarten ob es eine Spekulationsblase geben wird oder - hoffen wir es - nicht. Inzwischen findet man preisgünstige Alternativen in Piemont, Toskana, Österreich oder anderen Landern. UND natürlich auch in Frankreich. Die Weinwelt beginnt und endet nicht in Bordeaux.

Ein nachdenklich stimmender und gleichzeitig amüsanter Artikel zum Thema Bordeaux 2010 ist im Wineterminator erschienen. Empfehlenswert.