Höhenflug der Super-Seconds
Bordeaux: Die Preise der Premiers Grands Crus Classes stagnieren seit Anfang Juni. Zwar auf hohem Niveau, aber Lafite Rothschild hat laut dem Londoner Weinbörsen Index Liv-ex sogar leicht verloren. Trotzdem haben sich die Preise für diese "Marke" seit 2007 mehr als verdoppelt! Die exorbitanten Subskriptionspreise für den Jahrgang 2010 haben speziell private Käufer davon abgehalten, ihren Keller mit weiteren Premiers aufzufüllen. Gibt es doch vom Trinkgenuss her weit Günstigeres im Weinsegment. Aber Bordeauxliebhaber, die sich von dieser Region nicht verabschieden wollen, steigen jetzt auf die auf PGCC Niveau stehenden sogenannten Super-Seconds um. Das sind die Topweine Leoville Las Cases, Cos D´Estournel, Pichon Baron & Lalande, Ducru Beaucaillou, Montrose und der offiziell zur 3. Cru Classé gehörende Palmer. Weiters inoffiziell aufgestiegen zu einem Super-Second ist Pontet-Canet. Ein 5er Cru der ebenso wie Lynch Bages von den Experten (aber auch Geniessern) inoffiziell in den Rang der 2er Crus aufgestiegen ist. Das starre System der Bordeaux-Klassifizierung von 1855 wird immer wieder angeprangert, doch die traditionsverliebten Franzosen wollen daran nicht rütteln.
Pichon Baron führt die Preissteigerungen der Super-Seconds mit einem Plus von ca. 40% seit Jahresbeginn. Dies betrifft die letzten 10 Jahrgänge. Ebenso stiegen die Preise von Montrose, Cos D´Estournel, Ducru Beaucaillou und Pontet Canet im Jahr 2011 zwischen +25 und +37%. Eine schöne Rendite für 8 Monate, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Trotzdem sind die wenigsten IGW (Investment-Grade Wines), also Weine die sich als Wertanlage anbieten, so einfach und in ausreichender Stückzahl verfügbar. Deshalb sind Subskriptionen noch immer das Maß aller Dinge für anlagebewusste Bordeaux-Käufer. Wer gerne hochwertige Weine trinkt und dafür nicht allzu tief in die Tasche greifen will, ist immer noch (trotz Spitzenqualität) mit österreichischen Weinen gut bedient.
Preistendenzen österreichischer Kultweine
Die Preise der österreichischen Spitzenweine sind ebenso einer gewissen Volatilität unterworfen wie alle Kultweine dieser Welt. Dennoch sind es gerade die traditionsreichen Weingüter meines Heimatlandes, die eine gewisse Preisstabilität zeigen, ja sogar teilweise teurer gehandelt werden als zu Beginn des Jahres. Das beste Beispiel für einen der meistgesuchtesten Weine ist der Unendlich von FX Pichler (Wachau). Einer dieser Smaragd Rieslinge aus dem Jahrgang 2008 erhielt im Juli bei einer Auktion in München bei einem Rufpreis von EUR 60,00 den Zuschlag bei EUR 120,00, was bei hinzurechnen des Aufgelds und der Lotgebühr eine stolze Summe von EUR 137,00 für den Käufer bedeutete. Ein Plus von mehr als 80% gegenüber dem Ab-Hof Preis von EUR 75,00 für den Käufer und ein Gewinn von +40% für den Verkäufer, der 10% vom Zuschlagspreis an das Auktionshaus bezahlen muss. Weitere wertbeständige und auch lagerfähige Weine sind der Mystique des leider viel zu früh verstorbenen Josef „Pepsch“ Pöckl, der rare und nicht mehr produzierte „Privat“ aus dem Hause Kollwentz. die Kultweine Perwolff – R. Krutzler, Cuvee „G“ – A. Gesellmann, Steinzeiler – Kollwentz, alle Weine von Hirtzberger (Singerriedel, etc.), Knoll (Vinotheksfüllung, Ried Schütt) und auch Ernst Triebaumers BF Ried Mariental. Vorbei ist hingegen der Preishype für den Salzberg – Heinrich, den M1 – Markowitsch (letztes Jahr waren diese beiden Weine kaum unter EUR 120,00 bei Auktionen zu finden) und den Battonage von Tschida (Spitzenpreis einer Magnumflasche Battonage 2002 war EUR 441,00 bei einer Auktion im Jahr 2009). Österreichische Winzer bringen jedes Jahr eine Vielfalt an Alltags- und Kultweinen auf den Markt. Für Sammler, für Spekulanten und für die wertvollste Gruppe – die Geniesser!
Kritisch vermerken möchte ich aber, dass viele Weinfreunde in Österreich diese raren Produkte kaum noch kaufen können, weil unsere Winzer den globalen Markt und damit auch Asien entdeckt haben. Trotz extrem geringer Mengen dieser Kultweine, wie sie in der Wachau oder im Burgenland produziert werden, höre ich immer wieder, dass Unendlich, Battonage, Singerriedel oder Mystique in vielen Ländern leichter zu finden sind als in Österreich. Bleibt zu hoffen, dass die Weine auch getrunken werden und nicht in Kellern von Sammlern das Ende der Genussreife eintritt. Heimat bist Du großer Weine.....
WPI von WineCollect
Auktionspreis-Datenbank mit tausenden von Informationen und Preisen aller Kultweine, aller angebotenen Jahrgänge und aller Flaschenformate welche beim Auktionshaus eBay seit 2003 versteigert wurden und damit einen Marktwert bilden. Eine ständig wachsende Datenbank, die keinem Weinsammler fehlen sollte. Oder wie Wein-Plus es richtig formuliert: "Die Daten sind Gold wert für jeden, der Weinraritäten kauft oder verkauft." Details.
Weinverkostungen von WineCollect
Ein immer größer werdendes Angebot an Weinveranstaltungen erfordert eine wohl überlegte Selektion. Allein in Österreich & Deutschland könnte man jede Woche zwischen mehreren Degustationen und Weinvorträgen wählen. Auch WineCollect veranstaltet mehrmals jährlich großartige Verkostungen. Darunter 2 x sogenannte High-End Degustationen mit namhaften Weinexperten. Alle Events von WineCollect finden Sie in hier.